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Deshalb werde ich nie wieder auf Babyzeichen verzichten

Es gibt Dinge im Alltag mit Kindern, die man ausprobiert – und Dinge, bei denen man irgendwann merkt: Ich möchte nie wieder zurück.





(4 Dinge, die ich im Alltag erlebt habe und nicht mehr missen möchte)


Als ich damals mit den Babyzeichen angefangen habe, hatte ich natürlich Erwartungen.

Ich wusste ziemlich schnell: Das ist mein Weg. Das möchte ich machen.

Womit ich aber überhaupt nicht gerechnet habe?

Dass es im Alltag SO gut funktioniert.

Dabei geht es gar nicht nur darum, dass Kinder einzelne Zeichen zeigen lernen.

Es ist vielmehr die Selbstverständlichkeit, mit der die Kleinsten anfangen, sich mitzuteilen, Beziehungen aufzubauen und sich verstanden zu fühlen.

Heute – nach vielen Jahren in der Kindertagespflege, unzähligen Kursen und noch mehr kleinen Händen – kann ich ganz klar sagen: Ich möchte nicht mehr ohne.


Nicht, weil Kinder dadurch schneller sprechen lernen.

Und auch nicht, weil plötzlich jeder Tag konfliktfrei abläuft.

Sondern weil Kommunikation im Alltag leichter, klarer und entspannter wird.

Hier sind vier Momente aus meiner Praxis, die mich bis heute geprägt haben:


1. Meine Tageskinder lernen Babyzeichen ganz nebenbei

Ich setze mich morgens nicht mit den Kindern hin und sage:

„So, heute lernen wir Zeichen Nummer 7.“

Ich benutze sie einfach.

Beim Essen. Beim Wickeln. Beim Singen. Beim Anziehen. Und vor allem im Spiel.

Und irgendwann passiert etwas Faszinierendes:

Die Kinder übernehmen die Zeichen – und setzen sie selbstverständlich im richtigen Moment ein.

Nicht wie Unterrichtsstoff.

Sondern genau so, wie Sprache entsteht:

Durch Vorleben.

Wenn ein Kind beim Frühstück selbstverständlich „mehr“, „fertig“ oder „spielen“ zeigt, muss ich schmunzeln.

Wir haben das nie bewusst geübt.

Sie haben es im Alltag aufgesaugt.


2. Praktikantinnen verstehen die Kinder erstaunlich schnell

Da ich auch Mentorin für angehende Kindertagespflegepersonen bin, erlebe ich diese Situation immer wieder:

Ein neues Gesicht kommt in die Gruppe. Die Kinder kennen die Praktikantin noch nicht.

Sie kennt die Kinder noch nicht.

Und trotzdem entstehen schnell die ersten echten Verständigungsmomente.

Ein Kind zeigt ein Zeichen.

Die Praktikantin reagiert.

Und das Kind merkt:

Ich werde verstanden.

Das nimmt Unsicherheit und langes Rätselraten aus solchen Situationen.

Die Kinder werden schneller offen, fassen Vertrauen und laden die „neue Große“ viel eher in ihr Spiel ein.

Für mich sind Babyzeichen im Alltag echte Brückenbauer.


3. Kommunikation funktioniert auch unter den Kindern

Einer meiner Lieblingsaspekte ist, dass die Kinder die Zeichen nicht nur nutzen, um mit uns Erwachsenen zu sprechen.

Sie kommunizieren damit untereinander.

Ich habe schon beobachtet, wie ein Kind dem anderen stolz erklärt:

🖐️ Mama arbeitet.🖐️ Bruder ist in der Kita.🖐️ Schwester ist in der Schule.

In solchen Momenten sieht man:

Hier findet echte Kommunikation statt.

Vielleicht noch nicht perfekt.

Vielleicht noch nicht vollständig.

Aber mit einer glasklaren Absicht.

Und jedes Mal denke ich:

Wie verrückt eigentlich, was diese kleinen Hände alles ausdrücken können.


4. Ein Moment, den ich wohl nie vergessen werde

Während einer Eingewöhnung saß ein neues Kind bei uns am Tisch.

Noch zurückhaltend.

Noch nicht richtig angekommen.

Und dann passierte etwas Wunderschönes:

Ein anderes Tageskind schaute zu mir und zeigte mir – quasi im Auftrag des neuen Kindes:

🖐️ Mehr essen.

Ich habe kurz nachgefragt.

Und tatsächlich:

Das neue Kind hatte sich noch nicht getraut zu fragen – wollte aber gerne noch etwas haben. Das war nicht einfach nur eine nachgemachte Gebärde.

Das war für mich gelebte Fürsorge.

Ein kleines Kind hat dem anderen geholfen, eine Stimme zu bekommen.

Und ich stand da und dachte nur:

Okay. Deshalb liebe ich das.

Deshalb werde ich wohl nie wieder auf Babyzeichen verzichten.

Nicht, weil sie Kinder irgendwie „besser“ machen. Sondern weil echte Verbindung oft dort beginnt, wo wir Erwachsenen noch auf die ersten Worte warten.


💬 Hast du bei deinem Kind schon erlebt, dass es dir etwas gezeigt hat, bevor es das überhaupt aussprechen konnte?


 
 

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